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Noch eine Geschichte einer Lara

Hallo, ich bin Lara!

Ein Bild von Lara auf dem Vogelhäuschen im Garten

Meine Menschen nennen mich "die Freiheitsliebende". Ich bin inzwischen schon zwei Jahre alt. Wenn ich nicht auf meinem Kratzbaum oder auf den Füßen meiner Menschen schlafe, bin ich voller Tatendrang. Schon als ganz kleines Kätzchen, als ich mit meiner Schwester Lisa die ersten Tage bei meinen neuen Menschen nur in einem Zimmer verbracht habe, um mich einzugewöhnen, wollte ich sofort raus. Als wir dann die ganze obere Etage erkundeten, reichte mir das auch nicht. Schließlich durften unsere Menschen ja nach unten gehen, warum dann wir nicht? Also sprang ich kurzerhand auf den Schutz, den meine Menschen angebracht hatten, damit wir nicht die Treppe hinunterfielen. Das hat meinen Menschen einen Heidenschrecken eingejagt und das Resultat war, dass wir uns im ganzen Haus austoben konnten. Das haben wir einen Winter lang genossen. Nur den Silvesterabend sollten wir wieder in unserem Zimmerchen verbringen, damit wir uns bei dem Geknalle nicht erschrecken. Unsere Menschen hatten uns sogar extra leise klassische Musik angemacht. Wir mögen gern Musik, obwohl ich zugeben muss, dass Lisa musikalischer ist als ich. Ich hatte aber keine Lust, drinnen zu sitzen, und wollte lieber mit den Menschen auf der Straße feiern. Also bin ich entschlossen auf die Türklinke gesprungen. Unsere Menschen haben nicht schlecht gestaunt, als wir plötzlich die Treppe hinunter gelaufen kamen.

Im Frühling durften wir dann endlich in den Garten. Hurra ist das schön, dort herumzutollen und unseren Menschen bei der Gartenarbeit zu helfen. Aber am meisten Spaß macht es mir, mit unseren Menschen abends spazierenzugehen. Wenn sie eine Runde um den Block gehen, kommen wir gerne mit. Andere Menschen staunen dann nicht schlecht, wenn sie das sehen.

Ich habe auch noch einen Spitznamen. Ich heiße nämlich "Lara Müsli". "Müsli" heisst ja bekanntlich "Mäuschen" auf schweizerisch. Mäuse sind natürlich mein absolutes Lieblingsgericht. Außerdem, nun ja, ich muss es zugeben, mag ich sehr gern Müsli. Immer, wenn meine Menschen Müsli essen, komme ich schnell angelaufen und hoffe hinterher den Teller auslecken zu dürfen. Meine Menschen sagen, ich kann das besser als die Spülmaschine.

Nur eins verstehe ich nicht: Macht man seinen Menschen eine Freude und legt ihnen ein prima Mäuschen unter den Esstisch, damit sie auch mal etwas Anständiges zu essen bekommen, sehen ihre Gesichter nicht sehr begeistert aus. Sie loben uns zwar, wohl weil man das so macht, aber so echt kommt das nicht rüber. Versteh einer die Menschen....